
Kata-Übersicht
1. Taikyoku Shodan
2. Heian Shodan - 8. Kyu (Gelb)
3. Heian Nidan - 7. Kyu (Orange)
4. Heian Sandan - 6. Kyu (Grün)
5. Heian Yondan - 5. Kyu (Blau)
6. Heian Godan - 4. Kyu (Violett)
7. Tekki Shodan - 3. Kyu (Braun)
8. Tekki Nidan
9. Tekki Sandan
10. Bassai Dai - ab 2. Kyu (Braun)
11. Bassai Sho
12. Kanku Dai
13. Kanku Sho
14. Enpi
15. Jion
16. Jitte
17. Chinte
18. Hangetsu
19. Gojushiho Dai
20. Gojushiho Sho
21. Nijushiho
22. Gankaku
23. Sochin
24. Meikyo
25. Ji'in
26. Wankan
27. Unsu

Eine Kata ist mehr als eine feste Folge von Schlägen und Abwehrtechniken. Sie ist eine bewusst komponierte Kombination von Techniken, in der Angriff und Verteidigung, Richtungswechsel und Atmung aufeinander abgestimmt sind. Dabei werden Stellung, Stabilität und Gleichgewicht genauso trainiert wie die Kampftechnik selbst - und mit ihr das Kime: der Moment der Endspannung, in dem Kraft und Fokus in einem Punkt zusammenlaufen.
Viele Katas haben eine eigene Symbolik und stehen für eine eigene Idee davon, wie ein Kampf geführt werden kann.
Darum gibt es nicht die eine Kata, die allen gleich liegt. Es gibt aggressivere und defensivere Kämpfertypen, und jede Karateka findet mit der Zeit die eigene Kata oder eine Gruppe von Katas, die zum eigenen Typ passt. Was einem weniger liegt, wird bewusst mehr trainiert - auch das gehört zur Idee der Kata.
Man unterscheidet ausserdem zwischen zwei Arten von Katas: Shitei-Katas sind Pflicht-Katas, die für das jeweilige Level (Kyu oder Dan) erlernt werden müssen. Eine Tokui-Kata ist eine individuell gewählte Kata - eine „Lieblingskata" (Freikata), die man selbst bestimmt und vertieft.
Kata ist damit auch ein Mittel der Selbstschulung: ohne Partner, allein mit der eigenen Konzentration, werden Technik, Körperspannung und Kräftigung immer wieder neu erarbeitet und verfeinert. Dabei wird gezielt auch die Fitness trainiert, von der Haltung über die Beinkraft bis zum Gleichgewicht.
Bunkai (jap. 分解, wörtlich "Zerlegung" oder "Analyse") ist die praktische Deutung der Kata-Bewegungen: die Analyse, welche Anwendung hinter einer Abwehr, einem Griff oder einem Schlag stecken kann. Eine Bewegung kann dabei verschiedene Anwendungen haben. Bunkai wird mit Partner geübt und ist ein wichtiger Teil unseres Kata-Trainings.
Das Shotokan-Karate kennt 27 Katas.
Zur Einordnung: Welche Idee oder Symbolik eine einzelne Kata verkörpert, ist Teil der lebendigen Karate-Tradition und wird von verschiedenen Meistern unterschiedlich beschrieben. Die Texte auf den folgenden Seiten geben diese Interpretationen wieder - sie sind eine Anregung zum eigenen Üben, keine verbindliche Deutung.